Donnerstag, 18. Juni 2015

Stadionlauf/mein erster offizieller 10-Meilen-Lauf (vielleicht noch zu früh?)

Am 7. Juni fand der 7. Stadionlauf statt. Im Hinblick auf den Marathon entschied ich mich, den 10 Meilen-Lauf anstelle des 10km-Laufs zu absolvieren. Gute Entscheidung, denn so konnte ich Stärken und Schwächen nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Eine Schwachstelle, die mir überhaupt  nicht schmeckt, machte sich nach km 10 bemerkbar: das Knie. Eigentlich hatte ich damit noch nie zu tun; doch scheint die Belastung durch die vermehrte Anzahl der Läufe und die längeren Distanzen zu stark zugenommen zu haben. Es ist jetzt nichts arges und nach zwei Tagen war es wieder weg aber ich werde es dennoch ernst nehmen und nun auch wieder vermehrt Krafttraining mit in den Trainingsplan einbauen (das hat durch das Lauftraining etwas nachgelassen) um die Gelenke vor allem aber das Knie und auch meinen Rücken wieder mehr zu entlasten.
Die Strecke an sich ist immer wieder einen Lauf wert. Start war vorm Stadion bzw. für die 10 Meilen etwas abseits (was zugegebenermaßen etwas für Verwirrung sorgte) und führte dann am Stadion vorbei durch den Stadtwald. Das Stück über den Parkplatz an der Jahnwiese war die größte Herausforderung, da dort die Sonne erbarmungslos auf die Läufer knallte, die gerade aus dem schattigen Wald kamen. Sehr unschön. Durch den Asphalt wurden die Sonnenstrahlen auch noch schön reflektiert und man sah kaum noch was und kam nochmal mehr ins Schwitzen. Am Ende der  dritten und letzten Runde sah ich aber trotzdem in einiger Entfernung vor mir das Pärchen, das mich in Runde zwei sehr großkotzig (kann auch verletzter Stolz gewesen sein) überholt hatte; sie gingen; sie liefen nicht mehr, sie gingen. Boah, dachte ich, ich werde doch nicht letzter; die kriege ich. Aber kurz bevor ich überholen konnte, sah das Mädel mich von hinten kommen (oder sie hörte mich atmen) gab ihrem Freund nen Stupser und die beiden waren weg... da es wirklich  nicht viele Starter beim 10-Meilen-Start waren und alle besser trainiert aussahen als ich und ich auf der Strecke kaum noch jemanden gesehen hatte, dachte ich jetzt erst recht, dass ich als letzter ins Ziel kommen würde. Ich bin nun mal nicht die schnellste, aber ich wollte unbedingt auch in diesem nicht ideal trainierten Zustand die 10 Meilen laufen und auch vollständig bewältigen.
Wenn auch nicht in Bestzeit, bin ich ja auch irgendwie ins Ziel gekommen. UND nicht als letzte!
Die meisten Stände waren mittlerweile schon abgebaut und der Moderator (dessen Namen ich leider vergessen habe, aber unbedingt mal erwähnen muss, da er öfter Läufe moderiert, und das ganz toll und lustig und nie langweilig!) bat die, die noch da waren mit ihm auf die letzte Läuferin zu warten, die noch auf der Strecke war. Ich holte kurz mein Fahrrad und blieb noch. Und ich fand es gar nicht mehr schlimm länger gebraucht zu haben, und der Gedanke daran letzte zu sein, war auch nicht mehr so beschämend. Irgendwie hatte das doch was cooles. Man war halt nicht so schnell wie die anderen aber man erreicht trotzdem das Ziel. Und vor allem: die eigenen Ziele. Nur an die, an meine eigenen Ziele werde ich die nächste Zeit und vor allem bei den nächsten Läufen denken; nicht daran was andere darüber denken, wie langsam oder komisch oder so ich laufe. Ich möchte seit dem nur noch für mich laufen! Und ich denke genauso sollte es sein.
Unbedingt erwähnen möchte ich auch das tolle "drumherum" beim Stadionlauf. Es ist ein Lauf für jedermann. Und hier wird das nicht nur gesagt, um Werbung zu machen. Hier wird das auch gelebt. Eine Gebärdendolmetscherin übersetzt auf der Bühne die Moderation,  Blinde können am Lauf dank barrierefreier Strecke und Begleitläufer teilnehmen und das ganze wird verpackt in einem bunten Familiensportfest mit Spiel und Spaß und Verpflegung für jung und alt mit und ohne Handicap!

Über diese Startnummer habe ich mich sehr gefreut. Irgendwie was besonderes.


Keine Hüpfburg sondern eine aufblasbare Kirche, in der sich ein kleines Café befand, in dem man vor der Sonne geschützt Kaffee und Kuchen genießen konnte

super Lösung: ein gesicherter Übergang;
buntes Bühnenprogramm

sehr geräumige Umkleide; super!!!
etwas abseits, der Startbereich des 10 Meilen Laufs
böse Zungen könnten behaupten, es sei mein zweites Zuhause...RheinEnergieStadion; zumindest davor, dahinter und daneben bin ich ja in letzter Zeit immer öfter...ich glaube zum Helene Konzert auch mal wieder drin dann ;o)))

Sonntag, 17. Mai 2015

Kölner Leselauf 2015

Anreise

Der Kölner Leselauf fand wie jedes Jahr am Rhein-Energie-Stadion statt. So hatte ich es natürlich nicht weit dorthin. Aber die Qual der Wahl:  wäre ich faul gewesen, hätte ich mit dem Auto hinfahren können, denn direkt vor Ort ist ein Parkhaus und auch sonst genügend Parkplätze. Ich hätte aber auch mit Bus und Bahn  bzw. nur mit der Bahn hinfahren können. Von Frechen aus hätte ich mit der Linie 7 bis Stüttgenhof fahren können und von da aus zu Fuß ein Stück durch den Wald bis zum Stadion. Oder mit dem Bus nach Weiden West. Dort fährt die Linie 1 bis direkt vor's Stadion. Da die Kinder mitkommen wollten um am Stadion ein bißchen mit ihren neuen Longboards fahren zu können, entschied ich mich das ganze vom Wetter abhängig zu machen. Laut Wetter-App sollte es trocken bleiben, doch immer wieder sah man graue Wolken am Himmel und wirklich warm wollte es auch nicht werden. Also entschied ich mich für ein Zwischending:
Mit Fahrrad bzw. die beiden mit ihren Longboards von Frechen nach Weiden West und von dort aus weiter mit der Linie 1. 






Startunterlagen/Garderobe

Am Stadion angekommen war ich erstmal ein bißchen verdattert. Da war ja gar nichts los. Hätten dort nicht ein paar Absperrungen und Streckenposten gestanden, wäre ich wieder nach Hause gefahren und im Kalender nachgeschaut, ob ich mich im Datum geirrt hatte.
Letztes Jahr war hier definitiv mehr los. Wir gingen weiter bis zu den (ich glaube so heißen sie) Abelbauten, wo dann ein paar Hinweisschilder angebracht waren. Unten bekam man nach einem kurzen Schlange stehen die Startunterlagen und konnte auch den Kleiderbeutel (der eigene Beutel, für den man einen Aufkleber mit seiner Startnummer bekam) abgeben. Sehr angenehme Atmosphäre und super nette Helfer. In den Umkleiden und auch überhaupt war kaum was los. Nicht so ein Gedränge wie man es von anderen Läufen kennt (lag vielleicht auch an einer geringeren Teilnehmerzahl?).






Start/Ziel/Strecke

Irgendwie war alles anders dieses Jahr. Ich hatte die Kinder u.a. mitgenommen weil ich in Erinnerung hatte, dass es ein großes Familienfest geben würde...aber da war noch nichts von zu sehen. Auf der Suche nach dem Startbereich fiel mir ein, gelesen zu haben, dass der Start in dem kleineren Stadion ist diesmal.



Auf dem Weg dorthin hörten wir dann auch schon Musik und rochen leckere Grillwürstchen. Es war alles etwas kleiner gehalten aber trotzdem herrschte eine tolle Stimmung. Hier und da traf man bekannte Gesichter und auch den ein oder anderen etwas prominenteren.
Richtig toll wurde es als die Radfahrer von ihrer Tour zurück kamen und ins Stadion einfuhren. Gänsehautatmosphäre pur.


Die Strecke wurde auch ganz drastisch abgespeckt. Es ging die letzten Jahre immer durch den Stadtwald. Heute nicht. Es ging aus dem kleinen Stadion raus ins große richtige Stadion rein, dort um den Rasen, dann wieder raus und um die Vorwiesen rum, rein ins kleine und das ganze dann viermal, wenn man wie ich 10km laufen wollte.
In der ersten Runde hatte ich erst gedacht, ich müsste abbrechen. Meine linke Wade und mein rechter Fuß waren kurz davor zu verkrampfen; zum Glück taten sie es nicht und ich konnte so die vollen vier Runden durchziehen.
Erstaunlicherweise war ich danach fitter als vorher und war erst unsicher, ob ich wirklich schon fertig war. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Aber ist ja ein gutes Zeichen!

Meine Kinder hatten sich währenddessen super selbst versorgt mit Gegrilltem und Getränken von den verschiedenen Ständen und waren mit ihren Longboards vor'm Stadion ein bißchen rumgefahren.(Ich konnte es mir dann auch irgendwann nicht mehr verkneifen mal auf so ein Riesending zu steigen)






Bei der Rückgabe der Garderobenbeutel musste man diesmal gar nicht warten. Und so konnten wir uns direkt auf den Rückweg machen.



Auf die Bahn mussten wir auch nicht lange warten. Sehr komfortabel. Von Weiden West aus ging es dann übers Feld zurück nach Hause.




Ein sehr schöner Familienspaziergang war das heute. Echt zu empfehlen. Und wie ich hinterher in den offiziellen Ergebnissen gesehen habe, bin ich wieder unter einer Stunde gelaufen! Doppelt toller Tag also! So kann es weitergehen! Marathon ich komme!







Freitag, 15. Mai 2015

Galeria Kaufhof Nachtlauf 13.05.2015

Startunterlagenausgabe

Meine Schwester und ich nutzten die Möglichkeit der Startunterlagenabholung am Vortag in der Galeria Kaufhof.  Und so konnten wir uns am Mittwoch gemütlich auf den Weg zum Tanzbrunnen machen. Die eingesparte Zeit nutzten wir für einige leider mißlungene Versuche ein Selfie inklusive Kölner Dom zu machen. Hier einer davon:




Anreise

Einige Tage vor dem Lauf bekam jeder Teilnehmer einen Brief zugeschickt, der einerseits dazu berechtigte, die Startunterlagen abzuholen und andererseits ein Fahrticket für die Bahn war. Super praktisch. So konnte man bequem mit der KVB quasi für umsonst zum Tanzbrunnen fahren. Ich hätte mit der Linie 7 bis zur Deutzer Freiheit fahren können. Von da aus sind es nur noch ca. 5 bis 10 Minuten bis zum Veranstaltungsort aber ich traf mich mit Schwesterchen schon am Heumarkt und wir schlenderten noch gemütlich über die Deutzer Brücke. (insgesamt überquerte ich diese Brücke also 4 mal an diesem Tag, Hinweg, zweimal beim Lauf und auf dem Rückweg).


Sehr schönes weitläufiges Gelände, so dass man sich nicht in den Füssen stand. Kleiderbeutel waren die Galeriatüten, in denen sich die Startunterlagen befanden. Abgeben zur Aufbewahrung konnte man diese auf der Bühne des Tanzbrunnens. Bei der Abgabe war noch alles sehr entspannt, bei der Abholung nach dem Lauf gab es leider Wartezeiten von bis zu 20 Minuten. Nicht so toll, wenn man nassgeschwitzt im Wind steht.

Start und Lauf


Nicht ganz pünktlich fiel um 21:20 Uhr  in der anbrechenden Abenddämmerung der Startschuss. Wir liefen vom Tanzbrunnen aus über die Deutzer Brücke in die wunderschöne Altstadt und von dort über die Hohenzollernbrücke zurück zum Tanzbrunnen. Das ganze zweimal.
Mein Ziel, die 10 km unter einer Stunde zu laufen, habe ich erreicht:

Am Sonntag bin ich schon beim nächsten Lauf und hoffe erstmal dieses Tempo halten zu können. Nächsten Monat peile ich dann die 55 Minuten an.

Drumherum und Hinterher

Beim Galeria Kaufhof Nachtlauf  hat man auch immer die Möglichkeit nicht nur Kalorien loszuwerden, sondern auch viele Scheinchen. Zum Glück war diesmal nichts für mich dabei. Ich hatte mir extra ein bißchen Geld mitgenommen aber irgendwie war die Auswahl diesmal nicht so prickelnd.

Aber das ist ja meistens so. Wenn man die Absicht hat etwas zu kaufen, findet man nichts. Aber wehe man ist mal ohne genug Geld unterwegs!!!

Was am Tanzbrunnen natürlich auch ein großer Vorteil ist:
die Toiletten! Ich freu mich jedes Mal, wenn ich vor einem Lauf nicht auf ein Dixie-Klo gehen muss.
(Wollte ich noch unbedingt erwähnt haben.)

After-Run-Party

Zwar etwas sehr voll und muffig aber trotzdem lohnenswert war die After-Run-Party.
Es gab Fassbrause und Kölsch für jeden Läufer so viel er/sie  trinken konnte. Nachdem sich dann das Gedränge etwas aufgelöst hatte, konnte man sich auch  fast gemütlich mit seinen Mitläufern austauschen.

Fazit

Ein sehr schöner abwechslungsreicher Lauf, bei dem einen auf der Strecke zu keinster Zeit langweilig wurde. Auf den Brücken war es etwas windig und an anderen Stellen sehr stickig aber die Aussicht auf den beleuchteten Dom und die ganze Atmosphäre waren einfach gigantisch. Und dann noch das geile Gefühl, für dieses Jahr das erste Ziel erreicht zu haben, natürlich unbezahlbar. Und ich bin der festen Überzeugung, dass, wenn der Stau auf der Treppe zur Hohenzollernbrücke nicht gewesen wäre,  ich die 58 auch noch geknackt hätte.
Aber das werde ich dann am Sonntag beim Leselauf mal testen. Da geht es durchs Stadion in den Wald. Ohne Brücken und Treppen.


 


 









Montag, 4. Mai 2015

Wings for life world run; oder: mein Tagesausflug nach Darmstadt

Aufbruch und Anreise
Zum Glück hatte ich schon abends die Tasche gepackt, denn mein Aufbruch morgens verzögerte sich etwas auf Grund der Frage welche Schuhe ich anziehen sollte. Meine alten Adidas, die mich jetzt schon beinahe vier Jahre begleiteten habe ich nun endgültig fast entsorgt (also schonmal beiseite getan), da ich mittlerweile jedes Steinchen spüre. Aber welche Schuhe nimmt man zu so einem tollen Ereignis mit? Zwei Paar neue hatte ich mir vor kurzem gegönnt. Und beide schienen der tollen Aufgabe, vor dem Catcher Car davon zu rennen, gewachsen...der Adidas Boost und Puma Ignite. Gewonnen hatte nachher der Puma Ignite. Zusammen mit den Falke Socken, dank dieser Kombination habe ich heute eine Blase unterm Fuß. Entweder durch die Schuhe oder die Socken. Das gilt es vor dem Marathon noch unbedingt rauszufinden.
Die über 200 km weite Anreise nach Darmstadt war dann ein kleines Abenteuer für mich. Bis dato bin ich noch nie so weit alleine gefahren. Und vor allem auch nicht so viel Autobahn. Im Regen. Alleine. Zu erst war es fast lustig, dass mein Auto (ein alter Ford Fiesta) die Hügel kaum hoch kam. Auch dass das Radio andauernd nur rauschte, war noch ok. Aber als dann google maps den Geist auf gab kam ich mir dann doch etwas verloren vor.  Und nach dem ich dann auch noch eine Ausfahrt verpasst hatte (das sah überhaupt nicht nach Ausfahrt aus) war es erstmal ganz vorbei. Ich fuhr auf den nächsten Rastplatz, wo ich dann noch fast auf Grund der nassen Fahrbahn auf dem Rasen gelandet wäre, und ging erstmal zur Toilette und danach etwas an die frische Luft. Nach dem ich mich beruhigt hatte, stieg ich wieder ins Auto und startete google maps neu. Es führte mich über einen kleinen Umweg dann endlich nach Darmstadt. Doch dort in die Irre. Aber es war nicht seine Schuld. Die Straße, die ich eingegeben hatte, hatte ich von der worldrun-Internetseite. Dort sollte eigentlich der Parkplatz sein, von dem aus die Teilnehmer mit Shuttle-Bussen zum Startbereich gebracht werden sollten. Aber da war nichts. Kein Parkplatz, keine anderen Teilnehmer. Nichts. Nach einem kurzen Halt am Fahrbahnrand und der ganz kurzen Überlegung aufzugeben und nach Hause zu fahren, gab ich den Veranstaltungsort selber ein und siehe da. Dort gab es auch Parkplätze. Direkt in der Nähe vom Startbereich. Ganz großes Kino. Wieso einfach wenn es auch kompliziert geht?!
ABER: ich war endlich da!

Startunterlagenausgabe und das große Warten auf den Start
Auf Grund meiner ungewollten Zwischenstopps hatte ich statt der geplanten 2 Stunden fast drei Stunden nach Darmstadt gebraucht und obwohl ich immer einen Puffer von mindestens einer Stunde einbaue war ich für meine Verhältnisse spät dran und dementsprechend etwas genervt und abgehetzt. Dank der guten Beschilderung auf dem Veranstaltungsgelände fiel es allen Teilnehmern leicht sich zurecht zu finden. Man gelangte sofort zur Startunterlagenausgabe und wurde dort sehr freundlich vom Helferteam und auch von anderen Teilnehmern empfangen. Doch da erwartete mich schon das nächste Problem. Das erste, das den worldrun an sich betraf. Ich wußte meine Teilnehmernummer nicht. Normalerweise kenne ich das von Läufen, dass man eine email bekommt und dort die Start- bzw. Teilnehmernummer drin steht. Als ich jetzt die Aufteilung der Startunterlagenausgabe sah, bemerkte ich, dass ich nichts dergleichen in Erinnerung hatte. Ich schaute in der Starterliste der Internetseite nach. Mein Name stand dort aber keine Nummer. In meinen Emails stand auch nichts. Ich kam mir schon etwas blöd vor aber als ich mich umsah fiel mir auf, dass andere das gleiche Problem hatten und wir gingen zum Helpdesk. Dort wurde sofort mit Hilfe eines Laptops nachgeschaut und die Nummer sogar auf einem Zettel notiert. Sehr freundlich der junge Mann.
Mit der Nummer ging es dann zur nun länger gewordenen Warteschlange an der Startunterlagenausgabe. Mit den Startunterlagen ging es dann zu einer noch längeren Schlange, die auf das Teilnehmer-T-Shirt wartete. Mit dem ganzen Zeug unterm Arm machten wir uns auf den Weg zur Gepäckabgabe. Dort wurde alles sortiert, Teilnehmershirt angezogen, Startnummer befestigt und natürlich das abgegeben, was man während des Rennens nicht brauchte. Leider hatte ich auch die Tempos schon mit abgegeben, was ich bei den Dixieklos dann bitter bereute.
Um zehn nach zwölf wurden wir schon gebeten uns in den Startbereich zu begeben. Und wenn es anderen nicht auch so ergangen wäre, wäre ich mir spätestens jetzt echt blöd vorgekommen. Es gab Startblocks. Das hatte ich so auf der Internetseite auch schon gelesen. Aber woher wußte ich, in welchen ich mich einsortieren sollte? Keine Ahnung! Zurück zum netten Menschen am helpdesk, der bestimmt zum gefühlt tausendsten Mal seinen schlauen Laptop konsultierte um mir dann mitteilen zu können, dass ich in den letzten Startblock gehörte. Gut, wie er jetzt genau an diese Info gekommen ist, weiß ich nicht aber hauptsache ich wußte, wo ich hingehörte. Auf dem Weg zum Startblock noch ein paar Fotos gemacht und dann schnell aufgestellt.


Denn bis halb eins mussten alle in ihren Blöcken stehen. Eine halbe Stunde vor dem Start. Es mag sein, dass es dafür gute organisatorische Gründe gibt aber habt ihr schonmal eine halbe Stunde nur da gestanden und auf den Startschuß gewartet. Vor allem hat man ja da ganz hinten gar nicht mitbekommen, was vorne alles passierte. Ich hatte mit Begeisterung auf facebook gelesen, dass Mocki mitläuft und eine von den Hahnertwins. Ja super. Bei der Veranstaltung selber habe ich nichts davon mitbekommen. Es soll auch ein Prominenter den Startschuß abgefeuert haben...schön...für die Menschen da vorne. Hinten hat man einfach nur gewartet. Pünktlich um ein Uhr ging es dann mit den steifgestandenen Knochen endlich los.

Das Rennen
Die ersten Kilometer brauchte ich dann auch um warm zu werden. Aber da man im Hinterkopf wußte, dass das Catcher Car erst nach 30 Minuten würde, war das auch ok. Ich ließ mir Zeit. Ab und an gab ich mal etwas Gas aber so bald ich etwas lauter atmete, machte ich wieder langsamer. An den ersten beiden Verpflegungsständen hielt ich sogar an und trank erstmal gemütlich ein Wasser, eine Redbullschorle und aß einen Müsliriegel. Das hatte ich noch in keinem Lauf vorher getan...irgendwie hatte ich gedacht ich hätte alle Zeit der Welt. Doch ab Kilometer sieben fing der Verfolgungswahn an. Man wußte, das Catcher Car ist unterwegs und jedes noch so kleine Geräusch, das sich auch nur im entferntesten wie ein Auto anhörte, ließ einen den Kopf nach hinten drehen und panisch Ausschau halten. Auch nicht die beste Taktik möglichst weit zu kommen bei diesem Lauf. Am nächsten Stand hieß es das Catcher Car wäre in 12 Minuten da. 12 Minuten. Och jo. Da geht ja noch was...Pustekuchen. Kurz vor dem elften Kilometer kam dann die Vorhut des Catcher Cars und warnte uns Läufer vor, dass dieses fast da sei. Eine Teilnehmerin nahm mich und noch eine an die Hand und wir versuchten noch gemeinsam ein paar Meter gut zu machen. Kurz bevor es mich einholte griff ich dann zu meinem Handy (diesen Moment bin ich schon Tage vorher immer und immer wieder in meinem Kopf durchgegangen) und machte das heißersehnte Selfie.



Catcher Car und ich. Super. Das war es schon. Elf Kilomter geschafft. Ok. Gut. Und jetzt? Wir gingen alle erstmal bis zum nächsten Versorgungsstand. Irgendwo sollen doch hier Shuttlebusse auf uns warten und uns zurückbringen. Aber wo stehen die?

Shuttlebus und Gepäckausgabe
Einige von uns gingen die Strecke weiter, andere zurück. Bis wir schließlich auf jemanden trafen, der sich auskannte und uns zeigte, dass eine Shuttlebusstation etwas abseits der Strecke war. Gut, hätte man eventuell drauf kommen können, wenn man sich an die Infos erinnert hätte, die man vorher aufmerksam gelesen hat. Im Shuttlebus hieß es dann mal wieder warten. Diesmal wenigstens sitzend.
Endlich irgendwann am Veranstaltungsgelände wieder angekommen wollte ich eigentlich nur noch meine Sachen holen und dann nach Hause. Leider war das nicht so schnell möglich. Die, wenn auch sehr netten Menschen der Gepäckausgabe, waren hoffnungslos überfordert. Keine Ahnung woran es lag aber die suchten sich bei jedem minutenlang einen wolf. Manche hatten nachher so die Schnauze voll, dass sie über die Absperrung sprangen und sich ihren Rucksack selber suchten. Einige Helfer waren dafür fast dankbar und wenn es nicht dermaßen ausgeartet wäre, wäre es auch dabei geblieben. Aber das war so ein kuddelmuddel, dass ein Helfer zur Ordnung aufrief und alle sich wieder in Schlangen aufstellen ließ. Einige Teilnehmer boten sich als Helfer an und so bekam nach und nach jeder seinen Rucksack und/oder Starterbeutel wieder.
Das Rennen startete um 13 Uhr, ich lief ca eine Stunde und 15 Minuten. Um 16 Uhr war ich an meinem Auto. Das sagt doch alles, oder?

Rückfahrt
Der Rückweg gestaltete sich dann auch als nicht so einfach. Es regnete in Strömen; man sah zeitweise den Vordermann nicht mal. Dazu kam noch eine Gähnattacke nach der nächsten. Fast in Köln angekommen, stoppte dann auch noch der Verkehr, da es einen Unfall gegeben hatte. Aber gegen 18 Uhr 30 war ich dann endlich zu Hause und konnte die Füße hochlegen.

Mein Fazit
Was ein Tag. Klar, vieles das nicht so toll gelaufen ist. Aber alles in allem ein tolles Erlebnis. Und dieses Gefühl, wenn das Catcher Car hinter einem ist, ist echt einmalig. Das hast Du bei keinem anderen Lauf. Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei sein und versuchen die 15 km zu erreichen oder vielleicht sogar die 20km. Das mit dem Gepäck kann man ja umgehen, in dem man es im Kofferraum lagert. Und vielleicht fahr ich dann auch nicht selber sondern lasse mich fahren. Vor allem nach so einem Lauf ist das echt anstrengend. Oder ich fahre mit der Bahn hin. Aber dann entfällt die Sache mit dem Kofferraum... ich lasse mir was einfallen.

Später habe ich mir dann den Starterbeutel nochmal etwas genauer angesehen und muss sagen, die haben da ganz schön was reingepackt:
Der Beutel selber war auf dem Rückweg schon gerissen aber alleine für das Puma-Schweißband in meiner Lieblingsfarbe hat sich das ganze doch schon gelohnt. ;oP

Also nächstes Jahr auf jeden Fall wieder ABER nicht mit den Puma (die rutschen auch saustark bei Regen) und mit eigenem Fahrer, der mich kutschiert und mit Kofferraum!